Trost spenden kann schwer sein

Das Thema „trösten“ ist keine leichte Kost, denn es kann ein Kind sein, das nach einem Sturz getröstet werden muss, es kann aber auch ein Freund sein, der einen schweren Verlust hinnehmen musste. Ist es ein Mensch, der besonders nahesteht, kann es leicht dazu kommen, dass auch bei der tröstenden Person das seelische Gleichgewicht einen Knacks bekommt.

Trost spenden kann mitunter nicht leicht sein, denn immer die richtigen Worte finden ist nicht einfach. Dazu kommt auch noch die Situation, in der getröstet werden muss. Da der Mensch jedoch ein Mitmensch ist, der in der Regel auch bei Außenstehenden, die er gar nicht richtig kennt, Mitleid hat.

Kinder brauchen besonders viel Trost

Schon im Babyalter schreit ein Kind nach Trost und zuwendenden Worten. Das Schreien ist nicht immer ein Ausdruck von Hunger oder vollen Windeln, denn manchmal zwickt es vielleicht im Bauch oder anderswo. Jetzt sind die Eltern gefragt, um ihrem Kind Trost zu spenden.

Das kann in vielerlei Hinsicht geschehen, bei einem Säugling ist es in der Regel das auf den Arm nehmen und ihm gut zuzureden: Viele Eltern entscheiden sich dafür ein Lied zu singen oder einfach mit ihm zu sprechen und dabei macht es auch gar nichts aus, dass das Kind kein Wort davon versteht.

Was Eltern auf keinen Fall dürfen

Wer auf der Straße unterwegs ist, wird vielfach folgendes hören:

  • Stell dich nicht so an
  • Ein Mann weint nicht
  • Hör endlich mit dem Gejammer auf
  • Musst du dich immer so anstellen?

Solche Äußerungen können nur von Erwachsenen kommen, die mit der Erziehung maßlos überfordert sind, denn ein Kind jammert nie, ohne einen bestimmten Grund zu haben. Richtiger wäre es, zu hinterfragen, warum das Kind bockt oder jammert.

Für ein Kind bedeutet das Mitfühlen alles, denn es kann sich schwer in der Welt der Erwachsenen zu Recht finden. Es ist immer einfacher sich in ein Kind hinein zu versetzen, dann verstehen manchmal auch Eltern, worum es eigentlich geht.

Verbundenheit zeigen

Ist ein lieber Mensch aus dem persönlichen Umfeld krank geworden, braucht er manchmal Worte der Aufmunterung. Was kann aber getan werden, um diese Person zu trösten. In vielen Fällen reicht eine Karte oder ein Brief in dem geschrieben steht, dass er nicht vergessen wurde und wie sehr diese Person geschätzt wird. Vielen hilft es auch, wenn sie erfahren, dass an ihn gedacht wird und, dass er mit der Krankheit nicht allein gelassen wird. Tröstlich ist auch, wenn Anteil an der Krankheit genommen wird, weil sie vielleicht schon bekannt ist, obwohl jeder Kranke anders mit seinem Leid umgeht.

Eine Krankheit kann jeden umwerfen, dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um eine schwere Krankheit oder einen leichten Infekt handelt. Besonders gut kommen kleine Gedichte an, die sich auf die Krankheit beziehen. So ist ein „gute Besserung“ in beiden Fällen angebracht, dass jeder auch noch in die passenden Worte fassen kann.

Wer etwas Freude senden möchte, sollte es vielleicht wie Oscar Wilde halten und schreiben oder sagen „Gesundheit ist die erste Pflicht im Leben“ oder etwas Heiteres von Jole von Weißenberg: „Ich höre Du liegst flach, mein Bester, gern wäre ich Deine Krankenschwester“.

Egal, wie schwer die Krankheit auch sein mag, gute Freunde braucht jeder Kranke und nur dadurch kann er nicht nur aufgeheitert werden, sondern seine Krankheit auch für einen kleinen Moment vergessen.

Trost bei einem Todesfall

Gerade bei Personen, die einen nahestehenden Menschen verloren haben, ist Trost spenden nicht einfach. Viele von ihnen möchten gar keine Worte hören, sondern nur jemanden, der bei ihnen ist. Zudem ist es für einen Trostspender nicht einfach, die richtigen Worte zu finden, denn in vielen Fällen sind es doch nur Floskeln.

Kein Mensch, der trauert, möchte hören: Du schaffst das schon oder Zeit heilt alle Wunden. Das sind nur Phrasen, die nicht wirklich helfen und über eine schwere Zeit hinweg helfen. Jeder kann aber lernen, Beileid zu zeigen und die helfenden Worte zu finden.

Sein Beileid ausdrücken

In der Regel hilft einem Trauernden eine verdrückte Träne mehr als tausend Worte, zudem sollten kluge Sprüche nicht sein. Nicht der Kopf sollte angesprochen werden, sondern das Herz. Ratschläge sind vollkommen fehl am Platz, aber vielleicht ein Angebot, das es immer ein offenes Ohr gibt, ist aussagekräftiger.

Trost spenden im Todesfall ist nicht einfach und darum sollten auch keine großen Worte gemacht werden, sondern einfach nur zuhören ist besser. Geduld ist ein weiterer Faktor, mit dem getröstet werden kann, ein Trauernder ist zeitweise so abwesend, dass er kaum mitbekommt, wenn er angesprochen wird.

Was auf keinen Fall Trost spendet, ist der Satz: „Ich weiß, wie Du dich fühlst“ denn Trauer verarbeitet jeder anders und helfen werden diese Worte kaum.

Den Freund oder die Freundin trösten

Einen Menschen, der jahrelang das Leben mit einem teilt zu trösten kann zeitweise einfach sein. Auch hier ist es wichtig, zuzuhören. Es kann jedoch auch helfen, wenn Klartext geredet wird, denn kaum ein anderer wird das richtiger deuten, als der beste Freund.

In dieser Situation darf es auf keinen Fall so wirken, als wenn derjenige der Trost braucht, nervt. Zuhören und Floskeln, wie „ich kenn dass“ oder „ich hab es ja gleich gesagt“ sollten vermieden werden.

Die beste Freundin wird sicher mit Liebeskummer einen tröstenden Rat suchen. Sie bei ihrem Erzählen zu unterbrechen ist ein weiteres No-Go. Während des Redeflusses sollte überlegt werden, was als nächstes zu tun ist. Hier kommt eine Shopping-Tour oder ein Mädels- Abend in Frage, der sie auf andere Gedanken bringt.

Leicht wird das Trösten nicht, wenn es um den Chef geht, denn der Tröster arbeitet eventuell nicht im gleichen Betrieb und kann so nicht wissen, wie dieser sich aufführt. Hier heißt das Motto, anstatt Phrasen einzuwerfen, sollten Fragen gestellt werden. Zum Beispiel, „Warum verhält der sich so?“ oder „Ist der zu anderen auch so blöd?“

Trösten ist bestimmt eine schwierige Aufgabe und geht nur gut, wenn der Trostspender sich in die betreffende Person hinein versetzt. Gute Ratschläge sollten gelassen werden, ein offenes Ohr ist viel mehr wert.